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Home / Leben / Familie / Eltern / Verhalten der Eltern bei Schreibabys

Verhalten der Eltern bei Schreibabys

Durch das exzessive Schreien des Säuglings sind die intuitiven Erziehungskompetenzen der Eltern besonders gefordert um die Belastungen und Anspannungen, die auf und innerhalb der Beziehung wirken, zu kompensieren. Dabei können die Eltern an ihre Grenzen stoßen.

Bei ersten Anzeichen der Unzufriedenheit und des Schreiens reagieren die Bezugspersonen in der Regel prompt und beginnen ihre Babys umher zu tragen, zu beruhigen oder abzulenken. Schlagen die Tröstungsversuche wiederholt fehl, steigt damit verbunden vermehrt die Unsicherheit im Umgang mit ihrem Kind und Reaktionen werden hektisch, wechseln ständig und überfordern letztendlich zunehmend den Säugling. Diese Stresssituation löst bei den Eltern Erschöpfung, Frustration, Versagensängste, extreme Unsicherheit, depressive Stimmungen oder Zweifel an den eigenen Erziehungskompetenzen aus.

Die Eltern müssen sich von der Vorstellung distanzieren, das sie ein pflegeleichtes Kind haben und sich verstärkt damit auseinandersetzen, das ihr Kind Verhaltensweisen zeigt, mit denen sie unter Umständen nicht gerechnet haben. Diese Auseinandersetzung mit der Realität kann zu Partnerschaftskonflikten führen, bei denen unterschiedliche Vorstellungen zum Umgang mit dem Kind oder die Aufgabenverteilung und Rollenzuschreibungen thematisiert werden können.

Ebenso ist es möglich, dass sich Gefühle der Wut, Ohnmacht, Verzweiflung oder auch Schuldgefühle entwickeln, die letztlich das Dilemma, in dem alle Beteiligten stecken, ausdrücken. Damit ist gemeint, dass als erstes die Eltern mittels verschiedener Einschlaf- und Beruhigungsmethoden versuchen, ihre Kinder zu trösten und sie beim Einschlafen zu unterstützen. Bleiben Erfolge trotz Anstrengungen aus, kann es mit der Zeit dazu führen, dass die Eltern inadäquat oder gar nicht auf Signale des Säuglings reagieren und mit Über- oder Unterstimulation die Situation verschlimmern.

Versuchen die Eltern ständig mittels verschiedener Beruhigungsversuche in die Situation einzugreifen, nehmen sie dem Kind die Möglichkeit und Erfahrung, eigene Kompetenzen aufzubauen und sich selbst zu beruhigen. Damit ist der Ausgangspunkt für eine negative, gegenseitige Interaktion mit Missverständnissen deutlich.

Auf Grund dieser emotionalen und psychischen Anforderungen und teilweise Überforderungen, die an die Eltern gestellt werden, kann es unter Umständen passieren, das sie die Kontrolle verlieren und im schlimmsten Fall Kindesmisshandlungen oder Vernachlässigungen auftreten. Somit stellt das exzessive Schreien ein Risikofaktor dar, da in 80 % der Säuglinge auf Grund des unstillbaren Schreiens misshandelt werden.

Geschrieben am 26.02.2009
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