US-Krise lenkt Aufmerksamkeit auf Bankerbonus in Europa
Aufgrund der US-Finanzkrise wächst in Europa die Empörung über hohe Abfindungen für Banker, denn gleich einer Schizophrenie suchen die Banksysteme nur Profit ohne Risikokalkulation. Das wollen wir ändern, sagte Finanzminister Steinbrück. Auch Frankreichs Präsident Sarkozy schaltete sich ein, da der Finanzsektor mit riskanteren Schulden als gedacht kämpft.
Die Managerentlohnung muss sofort geregelt werden, sagte Sarkozy, über die “goldenen Fallschirme”, die hohen Abfindungen der Topbosse schimpfend. Die EU-Finanzminister betonten zwar den enormen Handlungsbedarf aufgrund der letzten Skandale, jedoch ohne Erfolg. Der EU-Wirtschaftskommissar Almunia sagte letzte Woche, die EU-Kommission habe bereits 2004 strengere Kontrollen vorgeschlagen, ohne damit Begeisterung bei den EU-Regierungen auszulösen.
Nun hat die Kommission sie eingeladen, um über die Zahlungsmethoden und den Gewinn einzelner Manager zu sprechen. Die EU-Finanzminister werden am 6. Oktober in Luxemburg über die Krise diskutieren. Die Niederlande machten als erste Steuervorschläge, die am 1. Januar in Kraft treten sollen. Managergehälter ab einem Jahreseinkommen über 500.000 Euro sollen mit 30% versteuert werden. In Frankreich verschärfte man Ende 2007 die Maßnahmen für Aktionoptionen.
Seit der Finanzkrise sind auch andere Staatschefs entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, sogar Großbritannien erwärmt sich dafür. Es gebe zwei Denkweisen: die der Manager und die der Händler, wobei die zweite komplizierter zu handhaben und die Vorgehensweise unklar sei, so ein Diplomat. Es gebe viele Möglichkeiten, aber es sei unklar, ob man einzelne Regelungen auf EU-Ebene umsetzen sollte. Letzten Mai sagte der Vorsitzende der Finanzminister-Eurogruppe, Juncker, dass man härter durchgreifen müsse, aber bisher ohne dass Taten folgten.

