Erotische Werbung: Wirkung und Ziele
Um das übergeordnete Ziel der Werbung, nämlich den Verkauf des beworbenen Produkts herbeizuführen, besteht eine entscheidende Komponente in der Akzeptanz der erotischen Werbung. Wenn zwar Aufmerksamkeit in starkem Maße erregt wird, der Rezipient die Werbung aber nicht akzeptiert, führt dies zu einer geringeren Kaufbereitschaft. Die Einstellung und Akzeptanz gegenüber erotischer Werbung scheint besonders hinsichtlich des Geschlechts der Beworbenen zu differieren. Auch auf dem Gebiet der Einstellungswirkung und Akzeptanz gibt es ebenfalls diverse, sich teilweise widersprechende Untersuchungen. Im Allgemeinen wird angenommen, dass besonders Frauen gegenüber erotischer Werbung kritischer seien und selbige eher ablehnen als Männer.
Die Intensität von Erotik spielt laut Peterson und Kerin insofern eine Rolle, als dass sie ab einem zu starken Maße bei Männern und Frauen auf Aversion stieß. Wirkte das „verführerische“ Modell, das eine stärkere Intensität als das „spröde“ Modell verkörperte, noch anziehend, so war für das „nackte“ Modell bei allen Befragten ein drastischer Zustimmungsabfall zu verzeichnen. Generell gibt es bei Männern eine höhere Akzeptanz, der Darstellung nackter Modelle als bei Frauen. In einem Experiment von Nötzel wurde nach der Akzeptanz erotischer Werbeillustrationen gefragt. Ergebnis: Anzeigen mit nackten Frauen und insbesondere mit nackten Männern wurden als „abstoßend“ eingestuft. Von den Anzeigen mit nackten Männern war beiderlei Geschlecht regelrecht „geschockt“, während die Anzeigen mit nackten Frauen bei den weiblichen Testpersonen eine gewisse Akzeptanz“ erfuhren.
Nach Franke, 1999, lassen sich die Ziele der erotischen Werbung in zwei Gruppen aufteilen. Zum einen die ökonomischen, auf den unmittelbaren Vollzug einer Kaufhandlung gerichteten und zum anderen die psychologischen Ziele, welche sich auf den kognitiven Prozess, der dem Kaufakt vorausgeht, bezieht. Für die letzteren wurden in der Marketingliteratur verschiedene Konzepte entwickelt, so zum Beispiel das AIDA-Schema, in welchem der kommunikative Prozess zwischen erster Begegnung mit dem Werbemittel und der letztendlichen Kaufhandlung folgendermaßen beschrieben wird: attention (Aufmerksamkeit) à interest (Interesse) à desire (Bedürfnis) à action (Aktion).
Mittlerweile gibt es diverse Varianten dieser Formel, zum Beispiel das AIIDA-Schema, welches zusätzlich Wert auf das Image eines Produktes legt. WAllein die unzähligen Untersuchungen der letzten Jahre zeigen das Interesse an dem Einfluss, den Erotik in unserer Kultur und besonders in der Werbung ausübt. Man hat dabei immer wieder sowohl auf eine Werbekampagne positiv wirkende Effekte als auch das genaue Gegenteil bewirken beobachtet.

