Erotische Werbung
Werbung ist ein Teil der Kommunikationspolitik, welche wiederum mit den drei anderen Gliedern Produkt-, Preis- und Distributionspolitik die vier absatzpolitischen Instrumente des Marketings darstellen. Oder auch anders formuliert kann Werbung auch als „… bewusster Versuch, Menschen durch den Einsatz spezifischer Kommunikationsmittel zu einem bestimmten, absatzpolitischen Zwecken dienenden Verhalten zu bewegen“, ansehen. (vgl. Nieschlag et al., 1994, S.1085 zitiert nach: Michael Franke: Erotik in der Werbung, S.11)
Erotik gilt schon seit langem als entscheidendes Element für die menschliche Kultur. Sie findet sich in vielen Teilen unseres Lebens wieder, sei es in der Kleidung, in Sprache und Gesten, in der Malerei oder eben auch in der Werbung - als Teil unserer heutigen Alltagskultur. Der Begriff „Erotik“ entstammt dabei dem Griechischen und geht zurück auf den Wirkungsbereich des Liebesgottes Eros. Heute wird dieser Begriff als vieldeutige Bezeichnung für das geistig-seelische Liebeserlebens oder die rein sinnliche, sexuelle Vereinigung gebraucht. Von Erotik in der Werbung wird dann gesprochen, wenn die Werbemodelle als „offensichtlich verführerisch“, „dekorativ“ oder „sexy“ bezeichnet und wahrgenommen werden.
Man könnte annehmen, dass Werbung heutzutage vor allem Körperlichkeit und im Besonderen die Nacktheit der abgebildeten Modelle zu erotischen Zwecken nutzt. Doch nach Morrison und Sherman ist dies nur ein Teilaspekt erotischer Werbung. Werbung, die als erotisch angesehen werden soll, setzt sich nach einer Untersuchung von Morrison & Sherman aus verschiedenen Komponenten zusammen: dem Nacktheitsgrad der Modelle, dem sexuellen Bedeutungsgehalt der beworbenen Produkte, der Suggestivität verbaler und bildlicher Aussagen, sowie des zum Ausdruck kommenden romantischen Gehalts.
Erotik kann neben der visuellen Variante natürlich auch sowohl auditiv, als auch schriftlich vorkommen, zum Beispiel im Tonfall oder als Anzüglichkeit, respektive Zweideutigkeit.

