Ab wann ist man arm? Welches monatliche Einkommen gilt als Armutsgrenze
Armut ist so relativ wie Reichtum. Im Weltmaßstab gilt jemand als arm, der zur Deckung seiner Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Kleidung und Wohnen einen Dollar oder weniger zur Verfügung hat. So definiert die Weltbank Armut. Danach müssen heute mehr als ein Sechstel der Menschen weltweit als arm bezeichnen werden.
In den industrialisierten Staaten wird Armut nicht an den Grundbedürfnissen eines Menschen gemessen. Entsprechend variabel gestaltete Definitionen gibt es. Armut wird hier als relative Armut bezeichnet. In den meisten Ländern dient der Durchschnittsverdienst als Maßstab. Dieser wird ins Verhältnis gesetzt zu den statistisch ermittelten jährlichen Minimal-Ausgaben, die ein Mensch etwa für Konsum, Wohnen, Versicherung, Bildung aufwenden muss.
Die Weltgesundheitsorganisation setzt die Armutsgrenze bei der Hälfte des durchschnittlichen Einkommens in einem Land an. In den EU-Ländern liegt die Armutsgrenze bei 60 Prozent des Durchschnittsverdienstes im jeweiligen Land. Im Jahre 2008 galt ein Deutscher als relativ arm, der pro Monat 595 Euro oder weniger zur Verfügung hatte. Für Paare waren es 1023 Euro. Pro Kind 304 Euro monatlich. Ein persönliches Einkommen bis zu den genannten Höhen gilt als Existenzminimum. Es unterliegt in Deutschland keiner Steuerpflicht.


